hohe Last

Freifunk Firmware, Programme für den Router, Entwicklungen, Fragen und Anleitungen

hohe Last

Beitragvon tmk » 10.07.2019 17:03

Hallöchen!

Ich beobachte seit ein paar Tagen eine hohe Last auf huygens, dem Uplink in der kleinen Wolke hier. Geht mir der Router langsam durch? Oder muss ich eine Konfiguration anpassen? Habe lange nicht draufgeguckt...

Der Verursacher der Last ist anscheinend ksoftirqd, ein Kernelthread. Performance bricht dann ein von 12 auf 3 MBit/s.

Nach einem Reboot dauert es nicht lang, bis die hohe Last wieder auftritt.

Viele Grüße
Tim
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Re: hohe Last

Beitragvon y02hal » 12.07.2019 08:12

Hi everyone (Hallo zusammen :D)

diese Beobachtungen kann ich bestätigen. Es betrifft Router, die als HNA fungieren und es gibt zwei Szenarien, die dieses Problem hervorrufen können bzw. provuzieren:

Szenario 1: "zu viele" Nachbarn auf dem VPN-Server
Szenario 2: Computer am LAN-Port ("böses Windows")

Zunächst dachte ich ja, dieses Phenomen tritt an diesen Routern auf, die ich für die Verwendung im Freifunk "entdeckt" hatte (TP-Link TL-WR940N v6) und für die es ursprünglich keine Unterstützung gab und die bis heute nicht auf der Liste der Empfehlungen stehen. Daß es auch (insbeondere im Szenario 1) GL AR150 betrifft, die ich ja als sehr viel leistungsfähiger kennengelernt habe und durchaus als so eine Art "Geheimwaffe" gelten können, (schon mal auch auf Grund ihres _sehr moderaten_ Stromverbrauches, aber auch wegen ihrer Kompaktheit und Funktionalität) überraschte mich dann doch schon etwas...

Damit nichts durcheinanderkommt, möchte ich meine Beobachtungen aus beiden Szenarien in gesonderten Posts darlegen....

Geht los....
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Re: hohe Last -> VPN

Beitragvon y02hal » 12.07.2019 08:55

Szenario 1: "zu viele" Nachbarn auf dem VPN-Server

Router, die als HNA fungieren, leiten den Internetverkehr bekanntermaßen über VPN-Tunnel um. Uns stehen derzeit 3 VPN-Server-Zugänge für diesen Zweck zur Verfügung. Die Auswahl, welcher es denn nun wird, ist wohl zufällig.

Abhängig von der Anzahl der HNAs, die zeitgleich mit einunddemselben VPN-Server verbunden sind stellt sich ein "Dauer-Traffic" am WAN-Port jedes einzelnen Routers ein, der Bandbreite bindet, auch wenn keine User verbunden sind. Je größer diese Liste ist, desto höher ist auch der Durchschnittswert dieser so gebundenen Bandbreite. In meinem Fall betrug dieser Wert auch schon mal bis zu 3 MBit/s.

Aber um wieder zum eigentlichen Thema zu kommen: für die Größe dieser Liste scheint es eine Grenze zu geben, ab der die Systemlast im Router ganz gehörig ansteigt und dann zum beobachteten Phenomen führt.

Da die Auswahl wohl vorrangig auf diesen Server fiel, betraf das in der Vergangenheit immer alle HNAs, die an VPN3a hingen. Der Zustand normalisiert sich nach Neustart natürlich dann NICHT, wenn der Router entschieden hat, wieder den selben stark frequentierten VPN-Server auszuwählen, mit dem er zuvor schon verbunden war.

Der aktuelle Zustand ist wohl so, daß an VPN3a sehr viele Router hängen, dagegen an VPN3b und VPN3c sehr viel weniger.

Mögliche Lösung kurzfristig: eine gleichmäßigere Verteilung aller HNAs auf die VPN-Server?
Mögliche Lösung längerfristig: wie kurzfristig, dazu zusätzliche VPN-Server?
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Re: hohe Last -> Computer am/an LAN-Port(s)

Beitragvon y02hal » 12.07.2019 09:19

Szenario 2: Nutzung der/des LAN-Ports

An sich ist es legitim, am eigenen FF-Router auch über LAN Freifunk zu nutzen. In der Praxis habe ich aber schon den Eindruck gewonnen, daß das offensichtlich dann wohl doch keine so gute Idee ist.

In meinem Fall versuchte ich das an einem HNA und stellte fest, daß das binnen kurzer Zeit zu einer immens hohen Systemlast im Router führen kann. Insbesondere Windows ist ja dafür bekannt, im Netzwerk "eigenartige Dinge" zu tun, was über die einzelnen Versionen stetig zugenommen hat und m.E. bei Windows 10 extrem auf die Spitze getrieben wurde (m.E. ohne erkennbaren Mehrwert für den Anwender).

Überraschend für mich war, daß dieser Effekt dort verstärkt mit einem Router auftrat, der auf der Liste der Empfehlungen steht (TP-Link TL-WR842N/ND).

Ob sich dieser Zusatand auch so einstellt, wenn der FF-Router KEIN HNA ist, habe ich nicht untersucht.

Im Szenario war ein TP-Link TL-WR940Nv6 als HNA im Einsatz mit einem PC mit Windows 10 am LAN-Port. Lösen lies sich das nur, indem der PC über WLAN mit Freifunk verbunden wurde. Anders ließ sich der überdurchschnittliche Anstieg der Systemlast im Router in dem Fall nicht in den Griff bekommen...
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Re: hohe Last

Beitragvon tmk » 12.07.2019 19:40

Danke für die Hinweise.

Tatsächlich hängt an dem Router eine DVB-2/HbbTV-Box via LAN-Kabel. Habe die Box jetzt mal rausgezogen, ändert leider nichts. Da läuft, glaube ich, ein Android drauf, bin mir nicht sicher. Aber die macht sowieso fast nie Traffic. Die hing da auch schon über ein Jahr dran, es ist bestimmt das andere Problem mit zu viel Info durch den Tunnel vom Server. Habe in anderen Freifunkforen auch gelesen, dass dieses Problem in der 2017er OpenWRT-Version auftritt, die verwenden wir auch.

Ich denke ja schon länger darüber nach, etwas stärkeres als HNA zu nehmen. Für einen Turris Omnia gibt es OpenWRT-Images, die nur SFTP-Anschlüsse und die Rainbow-LEDs nicht unterstützen, sowie nur 1 WAN an die CPU hängen, statt zwei. Das wäre für Freifunk aber ausreichend. Da müsste ich aber irgendwie gluon noch draufbasteln. Einfacher wäre es vielleicht mit einem Raspi. Für den 2er und 3er habe ich gluon-Images gefunden, da müsste ich nur die Halle'sche Site-Conf einbinden. Die heißt aber bei uns anders, oder? Kann mir jemand sagen, welche Datei in unserer Firmware genau die Site-Conf ist, von denen die anderen Communities reden? Ist es bei uns /lib/gluon/site.json? Wenn ich noch ein bisschen warte, gibts das gluon vielleicht auch für den Raspi 4, von dem habe ich schon ordentliche Messwerte LAN-zu-WLAN gesehen im Netz, der würde sich besser eignen als die Vorgänger, die alles durch einen USB 2-Hub quetschen.

Viele Grüße
Tim
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Re: hohe Last

Beitragvon y02hal » 12.07.2019 20:39

...um aus dem gluon fremder Communities das für FF Halle zu machen, müßte m.E. der Austausch von

/lib/gluon/site.json
/lib/gluon/web/i18n/gluon-site.de.lmo

völlig genügen...
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Re: hohe Last

Beitragvon tmk » 13.07.2019 17:09

Cool, danke!
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Re: hohe Last

Beitragvon tmk » 25.07.2019 15:39

Hallo! Ich bekomme jetzt auch von anderen Stellen mitgeteilt, dass "das Freifunk nicht richtig geht". Hohe Last auf den Routern führt zu unbenutzbarem Internet. Z. B. im Czech, da kann man nicht mal einen Radiostream geradeaus abspielen.

Ich hab mich ein bisschen informiert und sehe, dass das System nicht so gut skaliert auf der "Plastehardware". Aber 1) unser Netz ist nicht mal 200 Nodes groß und 2) ich sehe das Problem auch auf Routern, die nicht billigst sind, z.B. WDR4300.

Kann ich irgendwie, irgendwo helfen, das Problem einzugrenzen und zu lösen?
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Re: hohe Last

Beitragvon tmk » 26.07.2019 18:29

Hey 3dfx, ich habe gesehen, dass du die VPN neugestartet hast, es war kurz alles rot :-) Hat leider nichts gebracht :-(

Ich könnte am 20.08. zum EBK-FF-Treffen kommen, hast du da auch Zeit für VPN-Analyse und/oder Firmware?

GLG
Tim
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Re: hohe Last

Beitragvon tmk » 29.07.2019 15:40

Moin moin, wurde etwas unternommen? Wenn ja, was? Anscheinend geht es an manchen Routern wieder besser, inkl. huygens. GLG Tim
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Re: hohe Last

Beitragvon dac524 » 05.08.2019 09:15

Wir haben diskutiert wie man die zufällige Verteilung der Knoten beeinflussen kann. Meines Wissens wurde an dieser Thematik aber noch nichts verändert. Die von Dir festgestellte geringere Last dürfte reiner Zufall sein.
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Re: hohe Last

Beitragvon tmk » 06.08.2019 16:03

Ok, gut zu wissen erstmal. Ich glaube aber, dass eine Neu- oder Umverteilung uns zunächst nichts bringt, weil wir insgesamt nur knapp unter 200 Nodes haben. Treten die batman-adv-Skalierungseffekte nicht erst bei 1000+ Nodes auf?

Ich befürchte ja, es ist noch ein anderes Problem. Huygens jetzt gerade z. B., der macht nichts, sind zwar Clients in der Wolke aber die sind idle. Er empfängt aber permanent 1,5 - 2 MBit durch den Tunnel und dabei steigt seine Last auf 2 bis 3,5. Diesen ankommenden Traffic pusht er auch auf keine Clients oder Nachbarrouter raus, das sehe ich im bwm-ng. Hauptverantwortlich für die Last ist der Kernelthread "ksorftirqd" wieder. Der brauchte in den letzten 30h fast genauso viel CPU-Zeit wie der fastd-Tunnel. Normalerweise ist dieses Verhältnis ung. 1/10. Bandbreite gerade auf meinem Telefon, 2 Meter neber der Node: knapp unter 1 MBit runter und knapp unter 2 MBit raus. Da ist doch was im Busche?
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